Am 06. Mai 1972 veranstalteten Georg Huber aus Stubenberg und Karl Heinz Stefani aus Albersdorf in Zusammenarbeit mit der Landjugend Albersdorf, Vorsitzender Alois Kapfhammer, das erste Stock Car Rennen in Frauendorf bei Vilshofen. Unter den 17 Teilnehmern befanden sich bereits schon damals Ernst Jungwirth auf einer VW Käfer-Basis (li. Bild-Mitte) mit einem Sturzbügel aus Wasserleitungsrohren der mit Draht befestigt war, sowie Karl Ratzesberger auf einem VW Karman Giha als“ Türplatte“ — Überbrückung zwischen Türe und Karosserie, diente der aufgenietete Deckel einer großen Gurkendose. Die restlichen Fahrer ,wie z.B. Fred Holzner, Anton Elender, Georg Weber, Spöckner Will, Jenuwein usw. kamen alle aus der Umgebung von Simbach a.Inn, der Heimat von Georg Huber, sie nannten sich Crash-Drivers Stubenberg. Auch ein Österreicher, Walter Schreiner /Braunau war am Start.

Sie fuhren zum Teil mit BMW V8 oder Mercedes (siehe re.Bild) mit Leitplanken oder Eisenbahnschienen verstärkt, Klasseneinteilung gabs noch nicht. Li. der BMW V 8 – von seinem Besitzer Anton ElenTante der + liebevoll Tante Mathild genannt, re ein Mercedes 450 Georg Huber kümmerte sich um das Fahrerfeld, Karl Heinz Stefani besorgte das Renngelände. Die Beiden lernten sich 1971 an ihrem Arbeitsplatz bei der Deutsch Bahn in München kennen. Huber und seine Kumpels fuhren mit ihren umgebauten Autos wild auf Felder und Wiesen herum, was ihnen ständig Ärger mit der Polizei einbrachte. Stefani beschloss deshalb eine „Rennbahn“ zu organisieren. In Frauendorf bei der Fam. Tietze fand er das passende Grundstück und bekam die Zustimmung vom Besitzer. Dann begann der Kampf mit den Behörden , Gemeinde – Landratsamt überall die gleiche verwunderte Frage — was ist Stock Car ?? –Der Bürgermeister der damaligen Gemeinde Albersdorf, Heinrich Dobler zeigte sich weltoffen und unterstützte die Antragsteller, so kams zur Genehmigung. Doch am Donnerstag vor der geplanten Veranstaltung wurde diese vom LRA Passau, auf Grund einer Beschwerde des MSC Vilshofen, sie fürchteten offensichtlich die Konkurenz, wieder zurückgezogen. Grund – Eine geeignete Versicherung fehlte, fast alle Versicherungen in Bayern, Österreich, ja sogar in der Schweiz wurden von uns angerufen, leider kein Erfolg. Fast keiner kannte Stock Car, oder das Risiko war ihnen zu groß. Siegerehrung: von re. Dr. Klaus Rose-Schirmherr, 1. Vorsitzender Heinz Stefani und Sieger Erich Vitzthum-MSC Amsham Jetzt war guter Rat teuer! Da hatte Alois Kapfhammer die rettende Idee, man wandte sich an Alois Heigl als SprecherDr. Klaus Rose MdB (rechtes Bild: Siegerehrung v.li. Erich Vitzthum MSC Amsham, Heinz Stefani und Dr. Klaus Rose-Schirmherr) und fand offene Ohren. Gemeinsam fuhren Bundestagsabgeortneter, Bürgermeister und Veranstalter zum Landrat nach Passau. Nach längerer Diskusion erteilte dieser eine Sondergenehmigung, dem ersten Stock Car Rennen stand nichts mehr im Weg, sogar das Wetter spielte mit. Die wenigen Aktiven boten eine Show der Extraklasse, die ca. 1100 Zuschauer waren voll begeistert. Begeistert waren aber auch die Mädls in der Rundenzählung, ja so sehr, daß sie vergessen haben Striche zu machen, die eine hatte 5 die ander 6-7 Striche usw. Georg Huber von dieser Tatsache sichtlich überrascht, meinte nur ,- na sauber-, ging zur Bahnmitte und bestimmte unter den dort bereits wartenden Fahrern die Sieger, du bist erster, du zweiter, und du dritter, die restlichen gaben noch einen kräftigen Applaus und ab gings ins Auto zum nächsten Rennen. Protest und gerichtliche Verfügung waren da noch Fremdwörter Zwischenzeitlich wurde ein Stock Car Club gegründet 1. Vorsitzender Alois Heigl, (Bild links-oben: Als Sprecher beim Rennen) das Amt des Stellvertreters übernahm Karl Heinz Stefani. Bereits am 06.Okt.72 fand das 2. Stock Car Rennen in Frauendorf-Solla auf den Grundstücken von Fritz Irlinger und Georg Hauzenberger statt. Diesmal gaben über 45 Piloten ihre Nennung ab, darunter Namen wie Ludwig Berger, Hans Halser, Franz Ratzesberger, Fritz Irlinger und Charlotte Haselbeck -“ die Indianerin“ aus Siegenburg (Ihr Markenzeichen, lange pechschwarze Haare zu zwei Zöpfen gebunden und ein buntes Stirnband brachten ihr diesen Namen ein) Die erste, und lange Zeit auch die einzige Frau im Stock Car Sport, ebenfalls die erste Frau in der verbauten Klasse, sie brachte ihr Rennfahrzeug auf einem LKW, das Entladen war sehenswert, alle Bordwände auf, den LKW- Motor auf Vollgas, die Kupplung scharf losgelassen und schon lag das Stock Car auf der Erde. Blick auf die Rennstrecke in Frauendorf-Solla.Im Vordergrund der leere Fischweiher. Li. Georg Huber als StarterAndere Stock Cars wurden teilweise auf der Straße antransportiert, so kamen die“ Henhartler“ Berger L. – Gebrüder Ratzesberger usw. unter Polizeischutz – ein Polizeiauto vorne, eines hinten, dazwischen die Stock Cars auf der Kreisstraße angefahren. Teilnehmer aus Burghausen fuhren mit einem Mercedes, dahinter ein Fiat und ein Opel Admiral – Grund beim Fiat funktionierten die Bremsen nicht richtig, der Benz bremste, der Fiat fuhr leicht auf und der Admiral keilte ihn ein, so geschehen an der Ampel am Stadtplatz von Vilshofen. Eine Anwohnerin die diesen Vorgang beobachtete rief die Polizei, diese kamen dann nach Frauendorf-Solla an die Rennstrecke und mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen, keiner wusste was von einem Unfall. Nach der Veranstaltung, zu der gut 5000 Besucher kamen, beulten sie so weit möglich, die Kotflügel aus und setzten die Scheinwerfer, Rücklichter und Windschutzscheibe provisorisch wieder ein, und fuhren zurück nach Burghausen, das waren wilde Kerle. Übrigens, die Rundenzählung funktionierte diesmal unter der neuen Leitung von Renate Heigl bestens. Schon damals boten wir den zahlreichen Besuchern ein tolles Showprogramm, der Stuntman Manfred Martin von den Helldrivers, rammte einen vor einer Rampe quer stehenden Fiat Nekar, der vorher mit 20 ltr. Benzin übergossen und angezündet wurde, so das es diesen überschlug und Martin mit seinem PKW in der Luft einen Salto schlug und auf allen vier Rädern landete.Feuersprung: Der brennende Fiat stand ursprünglich direkt an der Rampe, Manfred Martin raste mit seinem roten Kadett in die Seite, schlug in der Luft einen Salto und kam mit den Räder wieder auf, auch der Fiat legte einen sauberen Überschlag hin Nur die eifrigen Feuerwehrmänner aus Vilshofen verdarben ihm den totalen Triumpf, denn sie holten ihn aus seinem Fahrzeug, bevor er damit noch eine Ehrenrunde drehen konnte. Noch was – der Besitzer des Fiat nahm mit diesem noch an einem Rennen teil, übergoss die Rücksitze erneut mit etwas Benzin zündete diese währen des Rennes an, und sprang aus dem Fahrzeug. Anschließend meinte er – wie habe ich das gemacht, die Leute wollen doch was sensationelles sehen. Das waren noch Zeiten !! Noch eine Geschichte zu dieser Veranstaltung. Am Rande der Rennbahn befand sich auf einer kleinen Anhöhe ein Fischweiher, dieser wurde zusätzlich mit Baumstämmen abgesichert. Rennleiter Stefani meinte so nebenbei – wer da noch hinein fährt, bekommt 5,00 DM von mir.Blick auf die re. Kurve.Hier überwand Jungwirth die Absperrung zum Weiher Die Rennstrecke befand sich an einem Hang Es dauerte nicht lange, da nahm Ernst Jungwirth , während des Trainings, mit seinem BMW 2000 Anlauf, überwand die Böschung und Baumstämme, das Auto neigte sich in der Luft, dies nutzte Jungwirth zu einem Kopfsprung (Gitter gabs da noch nicht ) über die Motorhaube hinweg in den Teich und das Auto hinterher. Jungwirth tauchte aus dem mit Öl verschmiertem Wasser, mit Schlamm und Algen bedeckt, auf und rief, Heinz i kriag 5,00 DM von dir. Dies alles wurde von einem Spion des MSC Vilshofen beobachtet und natürlich bei der Polizei angezeigt, bis die ankamen war der Teich leer (siehe Bild oben und li.) und alles sauber, dank zahlreiche helfender Hände, das war noch Zusammenhalt! Übrigens – Georg Huber und Heinz Stefani veranstalteten 1974 mit Cäsar Werner in Wollnzach, und einige Monate später mit Manfred Martin u. Charlotte Haslbeck ein Rennen in der Nähe von Siegenburg.